Therapiezentrum Rosensteingasse Wien | Faszien – was ist das überhaupt?
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Faszien – was ist das überhaupt?

Derzeit wird viel von „Faszientherapie“, „Faszientechniken“, „Faszientraining“ und ähnlichen Ausdrücken gesprochen. Aber was sind überhaupt Faszien, wozu dienen sie und weshalb brauchen sie Therapie?

Faszien

Definition
Der Begriff „Faszie“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „Fascia“ ab und bedeutet so viel wie Band, Bündel oder Verbund. Faszien bestehen aus Bindegewebe und bilden dünne, sehnenähnliche Hüllen. Sie sind die alles umhüllenden Strukturen des Körpers und umgeben jeden einzelnen Muskel. Außerdem umhüllen sie ganze Muskelgruppen und umgeben auch andere Strukturen, wie die Inneren Organe.
Die einzelnen Hüllen berühren einander und gehen teilweise ineinander über, wodurch sie den Körper von den Zehenspitzen bis zum Kopf verbinden.

Funktion
Faszien besitzen verschiedene Funktionen im Körper:
– Stützfunktion: Faszien geben dem Körper seinen Halt und helfen bei der Aufrichtung
– Trägerfunktion: Das Nerven- und Gefäß-Geflecht wird vom Fasziensystem getragen
– Schutzfunktion: Schutz des Körpers vor Spannkräften, Stress und Gewalteinwirkung
–  Stoßdämpferfunktion: Faszien können durch ihre Elastizität die auf den Körper einwirkenden Belastungen dämpfen. (vgl. Paoletti, Serge. Faszien. Elsevier GmbH, München. 2011. 2. Auflage. 111-119)

Weitere Funktionen sind:

  • Wahrnehmung und Gleichgewicht: In den Faszien befinden sich zahlreiche Nervenendigungen, die eine wichtige Rolle für den Gleichgewichtssinn spielen. Reize werden über veränderte Oberflächenspannung durch die  Rezeptoren und Nerven in den Faszien zum Gehirn weiter geleitet und dort verarbeitet.
  • Immunabwehr: Auch für das Immunsystem spielen die Faszien eine wichtige Rolle. Die Lymphe wird zwischen den Faszien abgeleitet. Kommt es in den Faszien durch Verletzungen zu Verklebungen im Gewebe, so hat dies auch einen Einfluss auf den Rücktransport der lymphatischen Flüssigkeit und es kann in Folge zu Stauungen kommen. Faszien die zueinander gleitfähig und geschmeidig sind beeinflussen den Rücktransport positiv.

Ursachen für Beschwerden:
Der amerikanische Osteopath Stephen Typaldos entwickelte vor 20 Jahren das Fasziendistorsionsmodell (FDM). Demnach werden die Ursachen für körperliche Beschwerden auf sechs unterschiedliche Verformungen der Faszien zurückgeführt. Wenn diese Verletzungen des faszialen Gewebes von Therapeuten behandelt werden, können Schmerzen reduziert und die Beweglichkeit verbessert werden (vgl. http://fdm-europe.com).
Beispielsweise können Faszienstränge verdreht sein, oder ein Stück von einem Muskel kann eine Faszie durchbrechen (wie Beispielsweise bei einem Leistenbruch). Durch die passenden Techniken können diese Verletzungen wieder korrigiert werden.

Therapie:
Für die Behandlung der Faszien verwenden Therapeuten ihre Hände und Hilfsmittel. Je nach Art der Verletzung des Gewebes ist eine unterschiedliche Behandlung nötig.
Mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten und Therapiemittel, mit denen sich Patienten auch selbst behandeln können. Bei einigen Problemen sind diese hilfreich.
Gibt es eine medizinische Indikation und bestimmte Symptome, so sollten Übungen jedoch immer nur in Rücksprache mit einem Arzt oder Therapeuten erfolgen.

Ein Artikel zum Thema Faszientraining finden Sie durch klicken hier: derstandard.at

Text von Johanna Hocher (Osteopathin und Physiotherapeutin in Wien, 1170)

Foto entnommen von derstandard.at